Chemieraum – Tangible Chemistry

Interaction Design für eine interaktive Chemie-Ausstellung

Das Konzept des Chemieraums wurde in Zusammenarbeit mit dem TUMLab des Deutschen Museums München entwickelt und macht die Welt der Atome für Jugendliche greifbar und interaktiv erlebbar. Der Chemieraum besteht aus einem Medientisch, der durch eine inszenierte Wandprojektion unterstützt wird. Dank modularem Aufbau können die einzelnen Segmente an Raumgröße und Besucherzahl angepasst werden.

Design & UX-Architektur

Der Fokus lag darauf, abstrakte chemische Konzepte durch tangible Interaktion verständlich zu machen:

  • Proximity-basierte Zoom-Dramaturgie: Gestaltung einer räumlichen Interaktion, bei der Besucher durch Annäherung an das Setup schrittweise von der Alltagswelt bis auf die molekulare Ebene "hineinzoomen" – als physischer Übergang in die Welt der Moleküle

  • Tangible Molecular Building Kit: Entwicklung eines physischen Input-Devices ("Puck"), mit dem Nutzer komplette Moleküle aus einer Bibliothek auswählen oder eigene Moleküle aus einzelnen Atomen nach dem "Baukasten der Elemente"-Prinzip erstellen können

  • Multi-Layer Experience Design: Konzeption einer mehrstufigen Experience aus Medientisch und Wandprojektion, die verschiedene Abstraktionsebenen (makroskopisch bis molekular) verknüpft und für unterschiedliche Besucherzahlen skalierbar ist

Zentrale Design-Herausforderungen

Interaktive Ausstellungen für naturwissenschaftliche Themen stellen besondere Anforderungen:

  • Unsichtbare Strukturen (Atome, Moleküle) sichtbar und begreifbar machen durch tangible Interfaces

  • Balance zwischen wissenschaftlicher Korrektheit und spielerischer Zugänglichkeit für junge Zielgruppen

  • Modulare, skalierbare Gestaltung für variable Raumgrößen und Besucherströme im Museumskontext

  • Nahtlose Integration von physischen Input-Devices, Medientisch und Wandprojektion zu einer kohärenten Experience

Das Ergebnis:

Eine preisgekrönte interaktive Ausstellung (Bayrischer Staatspreis für Nachwuchsdesigner), die komplexe chemische Konzepte durch tangible Interaktion erlebbar macht und jungen Besuchern einen spielerischen Zugang zur Welt der Moleküle eröffnet.

Partner:

Thomas Gläser, Deutsches Museum München, HFG Schwäbisch Gmünd